Frauenvertretung: Frauenpolitische Fachtagung des dbb am 14.06.2018 in Berlin

Erstellt am Di, 10.07.2018 - 14:52 *

Frauen 4.0: Ab durch die gläserne Decke! Neue Perspektiven für den öffentlichen Dienst

glaeserner-deckel_200px.pngAm 14. Juni 2018 fand in Berlin die 14. Frauenpolitische Fachtagung der dbb bundesfrauenvertretung zum Thema „Frauen 4.0: Ab durch die gläserne Decke!“ statt, an der Kollegin Gabriele Teichmann, für die DJG-Hessen sowie Kollegin Petra Reiß als Vertreterin der Frauenvertretung des dbb Hessen teilgenommen haben.

Bisher liegt der Anteil der Frauen im öffentlichen Dienst in Führungspositionen bei 1/3. Eine gleichberechtigte Teilhabe wird bis zum Jahr 2025 angestrebt.
Das Gesetz sieht eine Gleichstellung von Frauen im öffentlichen Dienst vor.

In ihrer Auftaktrede begrüßte die Vorsitzende der dbb Frauenvertretung Helene Wildfeuer die Teilnehmer. Sie stellte 2 zentrale Themen vor, die in der Fachtagung zusammengebracht werden sollten. Zum einen die Frauenförderung –Wie können die Karrierechancen von Frauen im öffentlichen Dienst, auf ihren gesamten Lebensverlauf gesehen, verbessert werden? Zum anderen die Digitalisierung –Wie können wir den digitalen Wandel der Arbeitswelt und die Möglichkeiten von Arbeiten 4.0 mitgestalten im Sinne einer gleichstellungsorientierten Verwaltungspraxis?
Hierbei sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiger Bestandteil, genauso wie die Personalgewinnung und die Förderung der Telearbeit. Ebenso müsse das Personalvertretungsrecht der digitalen Arbeitswelt angepasst werden, so die Ausführungen von Frau Wildfeuer. Obwohl Frauen lt. Statistik seit Jahren die besseren Schulabschlüsse machen, kommen sie selten in Führungspositionen. Dies sei die sogenannte „gläserne Decke“, die Frauen durchbrechen müssen.

Im Anschluss sprach der stv. dbb Vorsitzende Friedhelm Schäfer zum Thema Gleichstellung.

Frau Dr. Christiane Funken, Prof. für Kommunikation- und Mediensoziologie, Geschlechterforschung der TU Berlin, forscht zu dem Thema „Karriereblockade“. Sie ist Beraterin, u.a. auch für die Ministerien, wenn es um neue Familienmodelle geht. Sie referierte zu ihrem Forschungsthema und zum Wandel in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung. Frau Dr. Funken führte aus, dass es veränderte Karrieremodelle geben wird. Eine Karriere sei nicht mehr so planbar und wird auch nicht mehr so linear verlaufen wie bisher. Im öffentlichen Dienst bräuchte es mehr Team- und Wissensarbeit, da starre Organisationen nicht mehr funktionieren werden. Kommunikation, Kooperation, flexible Kompetenznetzwerke und übergreifende Abteilungen sowie das Arbeiten in Projekten seien die Arbeitsmodelle der Zukunft. Die heutige Stabilität in der Arbeitswelt muss durch Flexibilität ersetzt werden, um Soziales in der Familie, wie die Kindererziehung und die Altenpflege mit dem Beruf vereinbaren zu können. Hierbei gehe es nicht nur um die Frauenförderung. Es müssten auch die jungen Männer bedacht werden, so Frau Dr. Funken.
Der Wandel in der zukünftigen Arbeitswelt würde radikal sein und nur funktionieren, wenn der Mensch mitgenommen wird. Personalmanagement und Personalentwicklung müssten in die neuen Organisationsformen mit eingebunden werden. Eine Wahlarbeitszeit sollte die Teilzeitarbeit ersetzen.

Im Anschluss an das Referat von Frau Dr. Funken sprach die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Giffey u.a. zu den neuen Organisationsformen in der Arbeitswelt. Mit Blick auf die Veränderungen in der Arbeitswelt betonte die Bundesministerin die zentrale Bedeutung der aktiven Gestaltung des digitalen Wandels im öffentlichen Dienst. Mobiles Arbeiten dürfe nicht zur „elektronischen Fußfessel“ werden. Aber auch der Wandel der zivilgesellschaftlichen Prozesse müsse gestaltet werden. „Dazu gehört auch die Frage nach einer Unternehmenskultur, die Frauen selbstverständlich fördert.“

Gabriele Teichmann und Petra Reiß ziehen ein sehr positives Fazit:
„Die Frauenpolitische Fachtagung war für uns eine sehr gelungene, informative und interessante Veranstaltung“.